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Hauptziel von imagine ist es, die thematische Auseinandersetzung mit der Entstehung und den Folgen von Rassismus zu gewährleisten und Lösungsansätze aufzuzeigen. Dafür setzten wir uns jedes Jahr ein neues Motto.

 

Motto 2010: Propaganda! Wenn Märchen Bilder bilden…


 

2010 | Propaganda! Wenn Märchen Bilder bilden…
Wer kennt sie nicht? Der böse Wolf, der schöne Prinz und die böse Hexe. Wie gut sind all diese Märchen in unseren Köpfen verankert und wie offensichtlich wird in gut und böse eingeteilt. Wie einfach und simpel wird mit Charakteren und Stereotypen der Märchenwelt jongliert. Propaganda! Es macht es uns einfach, Personen zu kategorisieren, um nicht die Gedanken in ihren Hintergründen zu verlieren, sondern diese auszublenden. Seien wir ehrlich. Niemand weiss, wieso der Wolf böse ist, er ist es einfach.
Märchen sind nun mal Märchen.

Die ganze Thematik von 2010 als  hier.


2009 | Farbe bekennen!
Vieles in unserem Alltag erscheint uns selbstverständlich, wir sind daran gewöhnt. Auch wenn wir Neuem, Fremdem begegnen versuchen wir es im Gewohnten einzuordnen. Doch haben wir auch darüber nachgedacht, uns eine Meinung dazu gebildet? Und sind wir bereit sie auch zu äussern? Wie wär’s denn damit – einfach mal Farbe bekennen! Einfach mal die Stimme erheben und sagen: „Das find ich gut!“

Vieles in unserem Alltag erscheint uns selbstverständlich, wir sind daran gewöhnt. Und obwohl wir damit nicht einverstanden sind, lassen wir’s dabei. Aber wenn wir darüber nachgedacht, uns eine Meinung gebildet haben, haben wir auch den Mut dazu zu stehen? Wie wär’s denn damit – einfach mal Farbe bekennen! Einfach mal aufstehen, die Stimme erheben und sagen: „Ich bin dagegen!“ Und dann auch etwas dafür tun, Einsatz und Engagement zeigen!

Unsere Welt ist vielfältig und bunt. Stehen wir zur Vielfalt und zu unserer Meinung. Stehen wir zu unserer Verantwortung. Einfach mal Farbe bekennen!


2008 | minimal2mal
Der erste Eindruck - wie schnell wird er zum Urteil. Und zum Vorurteil. Alles schubladisiert und die Welt ist in Ordnung. Aber der erste Eindruck ist ein Gefühl des Moments. Dieses Gefühl ist weder falsch noch richtig. Es ist halt einfach. Und weil’s so ist, kann man sich ja auch noch Mal damit befassen - minimal2mal! Ein zweiter Gedanke, der den ersten Eindruck hinterfragt und zur Auseinandersetzung mit den erlebten Gefühlen und Gedanken anregt. minimal2mal - wird das Leben nicht spannender, wenn man den ersten Eindruck, und die daraus entstandenen Vorurteile, nicht als ganze Wahrheit sieht, sondern sich selbst Platz für Auseinandersetzung schafft? Diese Auseinandersetzung kann unsere Ängste verringern und führt uns näher zu anderen Menschen und zu uns selbst. Und sie lehrt uns, wandelbar und flexibel zu bleiben – weil ein erster Eindruck halt nur ein erster Eindruck ist.

Darum – minimal2mal!
 
 
2007 | Tous les mondes de tous!
Der Slogan enthält zwei Botschaften.

Tous les mondes.
Wir alle sind verantwortlich an einer friedlicheren und gerechteren Welt zu arbeiten. Heldentaten benötigt es dazu nicht. Denn schon in unserem eigenen Umfeld können wir Dinge verändern. Einen wichtigen Schritt dazu tun wir,  indem wir Neuem und Fremdem mit Respekt und Offenheit gegenübertreten. imagine will jene Grenzen öffnen, die uns davon abhalten, Neues kennen zu lernen und sich auf Neues einzulassen. Denn was wir von Anderen erwarten, dürfen auch sie von uns erwarten.

Les mondes de tous.
Gehört die Welt, in der wir leben, wirklich allen? Gruppen, die uns befremden gehören nie zum persönlichen Bild der Welt. Wir teilen ein in Gut und Böse und entscheiden, was wir mögen und was nicht. Diese Aufteilung in Gruppen geschieht im Kopf und dort will imagine ansetzen, denn Rassismus beginnt im Kopf. Wenn es uns gelingt, diese Muster zu durchbrechen, zu akzeptieren, dass die Andersartigkeit auch „richtig“ ist und wir lernen unser Verhalten in grösseren Zusammenhängen zu sehen, kann die Welt irgendwann wirklich allen gehören.
 
 
2006 | Keine Begegnung ohne Bewegung!
Jeder und jede ist mitverantwortlich, wenn rassistisches Verhalten zur Norm und Gewalt banalisiert wird. Deshalb muss die erste Frage immer lauten: Wo ist meine Verantwortung? Was trage ich dazu bei und was kann ich dagegen tun?

Wo sich nichts bewegt, kann nur Bewegung Veränderung bringen. Ausbrechen aus vermeintlich vorgegeben Strukturen, neue Kreisläufe schaffen, Grenzen überschreiten, bereit sein, sich verunsichern zu lassen – dies schafft Raum für Kreativität.


2005 | Noch Fragen?
Jeder und jede ist mitverantwortlich, wenn rassistisches Verhalten zur Norm wird. Deshalb muss die erste Frage immer lauten: Wo ist meine Verantwortung? Antworten sind immer schnell zur Hand. Aber haben wir uns die richtigen Fragen gestellt?

Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Ein Fragender ist nie unwissend. Deshalb wollen wir mit imagine alle dazu bringen sich Fragen zu stellen in dem wir Antworten geben. Antworten, die verunsichern, die Fragen aufwerfen. Warum? Warum ich? Wieso hier und jetzt? Jede Frage verlangt nach einer Antwort und jede Antwort produziert eine neue Frage.

Wir können den Rassismus nicht abschaffen. Aber wir können ihn aus seinem Kreislauf von vorgegebenen Fragen und Antworten befreien, der nur eines zum Ziel: Selber besser dazustehen als die anderen. Aus wirtschaftlichen, aus politischen, aus persönlichen Gründen.

Ein wirklich Fragender ist nicht nur nie unwissend, er schafft neue Kreisläufe, überschreitet Grenzen. Lassen wir uns verunsichern! Verunsicherung schafft Raum für Kreativität. Und die brauchen wir, um den Rassisten, die Rassistin in uns zu überwinden. Stellen wir uns den Antworten, in dem wir zu Fragenden werden!



2004 | Open Your Eyes!
Der alltägliche Rassismus ist nicht spektakulär, ist meist Kopfsache: Permanent sind wir daran, Menschen einzuordnen, sie mit Pauschalurteilen zu belegen. Alle haben wir die Tendenz, andere auszugrenzen. Vorurteile kommen uns da sehr gelegen oder Überzeugungen oder vorgegebenen Grenzen, die das Leben scheinbar einfacher weil übersichtlicher machen.

Aber eben nur scheinbar. Andere ausgrenzen hat immer zur Folge, dass wir auch selbst ausgegrenzt zu werden. Wir sind immer TäterInnen und Opfer zugleich. Wir lehnen ab und werden abgelehnt. Wir leben zunehmend in einer Gesellschaft, die aus WIR und DIE besteht.

Sind WIR denn soviel anders als DIE? Würde es sich nicht mal lohnen, genauer hinzuschauen? Die Zwischenräume zwischen den Grenzen auszuloten? Denn das ist der Ort, wo der Rassismus, den WIR und DIE in unserem geschlossenen Kreis ausbrüten, sich breit macht, zum Trennenden wird, zum Schauplatz konstruierter Konflikte. Aber da schauen wir nicht gerne hin, da möchten wir nicht Zeuge sein. Denn dies könnte ja bedeuten, Vorurteile oder Überzeugungen ablegen zu müssen, oder zumindest zu überprüfen, könnte bedeuten, sich neuen Fragen stellen zu müssen. Und es ist so leicht, weg zu schauen.


2003 | Break Out
Ist dieser Rassismus nicht einfach nur bequem, weil er uns von der Aufgabe entlastet, nachzudenken, zu hinterfragen, weil er uns die Plackerei des Verstehen-Wollen abnimmt? Ist es nicht einfach bequemer, das Fremde abzulehnen statt sich mit der eigenen Identität zu beschäftigen?

Wir müssen unbequem sein, uns selbst, den andern gegenüber. Fragen stellen und Fragen zulassen. Wir müssen lernen, die Welt auch aus der Sicht der Anderen, der Fremden, zu sehen, lernen, uns mit dieser uns fremden Kultur auseinander zu setzen. Das heisst: Auch das Kreative, das Starke zu sehen, das, was spannend ist, Interesse weckt, uns Respekt abverlangt. Wir müssen lernen, „Dem Anderen“ respektvoll zu begegnen und nicht ängstlich. Aber Veränderung passiert nicht von allein, sondern nur, wenn Einsicht da ist und der Wille auszubrechen. Aus der Angst, aus der Norm.


2002 | No Silence About Violence
Weltweit nimmt die alltägliche Gewalt zu und eskaliert insbesondere in den Armenvierteln der Grossstädte. Armut und wenig Aussicht auf Verbesserung der Lebenssituation sind Nährboden für Gewalt, in der Familie wie auf der Strasse. Erfahrungen mit Gewalt jedoch führen in einen verhängnisvollen Kreislauf von Ohnmacht, Angst und erneuter Gewalt. Gewalt verletzt, traumatisiert und lähmt. Gewalt verursacht Schäden bei Opfern, aber auch bei Tätern.

Wie soll eine junge Generation damit umgehen? Wie können Achtung vor dem menschlichen Leben und das Miteinander statt das Gegeneinander gestärkt, wie Konflikte gewaltfrei gelöst werden? Jugendlichen kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. In ihnen steckt die Kraft, Widerstand zu leisten gegen eine Kultur der Gewalt. Diese Kraft gilt es zu stärken. Denn wenn Jugendliche sich als handlungsfähig erleben und Formen des Zusammenlebens lernen, die von gegenseitigem Respekt und Sorgfalt im Umgang mit den Menschen und der Umwelt geprägt sind, können sie sich für diese Werte einsetzen und sie weiter vermitteln.

 



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